Vortrag „Bauliche Ausprägungen des mitteleuropäischen Burgenbaus vom 11. bis 15. Jahrhundert“

Burgenexperte Dr. Zeune zum Kalsmunt: „Der Turm ist zu groß!“

– Am 20.11.2025 in der Aula Arnsburger Gasse

Nicht nur Oda Peter, Vorsitzende des Wetzlarer Geschichtsverein, die die abschließende Fragerunde moderierte, war von der Wissensfülle des „Burgenverstehers“ Dr. Joachim Zeune tief beeindruckt. Der Vortrag Zeunes, der durch zahlreiche Publikationen und seine Auftritte, u.a. bei „Terra X“, bekannt ist, schaffte mit einer Typologie des kompletten Burgenbaus vom 11. bis 15. Jahrhundert einen „Rundumschlag“, mit dem man ein Buch hätte füllen können. Sämtliche Burgentypen (Motten, Harzburgen, Salierburgen, Feste Häuser, Schildmauerburgen, Mantelmauerburgen etc.) wurden in einem Fachverständnis erläutert, das seinesgleichen sucht. Dr. Zeune, der sein Büro für Burgenforschung im Allgäu leitet, ging auch auf die Problematik einer solchen Typologie ein, die unter anderem darin liegt, dass verschiedene Burgentypen parallel existierten und letztlich jede Burg einzigartig ist. Beim Vortrag und der Abschlussdiskussion tauchten immer wieder auch Fragen zum Kalsmunt auf: Z.B. deutet die Größe des Turms eher auf eine Salierburg (11./12. Jahrhundert) als auf eine Stauferburg hin. Eventuell wurde hier ein Vorgängerbau umgebaut. Außerdem wurde ein Palas, der zu einer typischen Stauferburg gehört, noch nicht gefunden. Bei der Frage zum oberen Abschluss des Kalsmuntturms vermutet Zeune einen Zinnenkranz und ein Pyramidendach. Thorsten Rohde, Vorsitzender des Fördervereins Kalsmunt, und Johannes Adamietz bedankten sich im Namen der vielen Zuhörer beim unterstützenden Kulturförderring und überreichten dem Vortragenden einen Schokokalsmuntturm von der Bäckerei Biedenkopf.